
Am 10. und 11. Oktober 2026 hat die Junge Union Baden-Württemberg ihren 54. Landestag abgehalten. Luca Fuchs und ich haben als Delegierte den Kreisverband Freudenstadt und damit auch Horb vertreten. Getagt wurde in der Aula der Heimschule Lender in Sasbach, übernachtet wurde in Achern.
Was ein Landestag ist
Der Landestag ist die Mitgliederversammlung der JU Baden-Württemberg. Delegierte aus allen Kreisverbänden wählen das Präsidium, hören die Rechenschaftsberichte und beraten über Anträge. Was dort beschlossen wird, ist die Beschlusslage des Landesverbands. Sie gibt vor, wofür die JU gegenüber der CDU und der Politik insgesamt eintritt.
Das Programm
Am Samstag ging es um 11 Uhr los. Nach den Formalien mit Wahl des Tagungspräsidiums und Beschluss der Geschäftsordnung gab es Reden und Diskussionen mit Kultusminister Andreas Jung und mit CDU-Generalsekretärin Dr. Andrea Wechsler MdEP. Danach folgten die Rechenschaftsberichte des Landesvorsitzenden und des Finanzreferenten sowie der Bericht der Rechnungsprüfer. Der JU-Bundesvorsitzende Johannes Winkel MdB sprach zum bevorstehenden Deutschlandtag in Bonn. Anschließend begann die Antragsberatung, bis der Landestag um 16:30 Uhr unterbrochen wurde.
Danach ging es ins Hotel, am Abend gab es einen Gottesdienst in der katholischen Kirche Unserer Lieben Frau in Achern.
Am Sonntag ging es um 9:30 Uhr mit der Antragsberatung weiter. Moritz Oppelt, Minister der Justiz und für Migration, sprach zu uns Delegierten. Es folgte ein Workshop zur Landtagswahl im März. Um 13 Uhr endete der Landestag mit dem Schlusswort des Landesvorsitzenden.
Der Leitantrag: „Mehr Leistung. Weniger Lasten.“
Im Mittelpunkt stand der Antrag des Landesvorstandes mit dem Titel „Mehr Leistung. Weniger Lasten. Eine Reformagenda für einen Staat, der funktioniert.“ Ausgangspunkt sind die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Der Antrag sagt: Die Ergebnisse müssen ein Wendepunkt für die CDU sein. Die Bundesregierung solle nicht nur besser kommunizieren, sondern Antworten auf die Fragen der Menschen geben.
Die Forderungen richten sich an die CDU/CSU-Bundestagsfraktion und die CDU-geführte Bundesregierung. Der Antrag gliedert sich in mehrere Abschnitte:
- Generationengerechte Rente: unter anderem die Umsetzung der Vorschläge der Rentenkommission und eine schrittweise Kopplung der Regelaltersgrenze an die Lebenserwartung nach 2031.
- Arbeit muss sich lohnen: ein flacherer Anstieg im Einkommensteuertarif bei kleinen und mittleren Einkommen, die regelmäßige Anpassung an die Inflation und ein abgestimmtes Leistungssystem aus Grundsicherung, Wohngeld und Kinderzuschlag.
- Echte Gerechtigkeit in der Sozialversicherung: unter anderem ein transparenter Katalog nicht beitragsgedeckter Leistungen und ein verbindliches Primärarztsystem.
- Ende des Subventionsstaats: Wirkungsnachweis und Befristung für Subventionen.
- Schluss mit einer naiven Migrationspolitik: Maßnahmen bei Einbürgerung, Aufenthaltsstatus und Anreizen im Sozialsystem.
- Für einen leistungsfähigen Staat: Modernisierung der Verwaltung, gebündelte Beschaffung, Digitaltauglichkeitsprüfungen für Gesetze und Verwaltungsleistungen, die vom Antrag bis zum Bescheid durchgehend digital laufen.
Zum Leitantrag lagen zahlreiche Änderungsanträge aus den Kreisverbänden vor, von redaktionellen Korrekturen bis zu inhaltlichen Ergänzungen, etwa zur kapitalgedeckten Rente. Dazu kam das Antragsbuch mit 55 weiteren Anträgen, gegliedert nach Themen von Ländlicher Raum über Bildung und Soziales und Finanzen bis Justiz, Europa, Verkehr, Inneres und Verbandsarbeit. Die Antragskommission hat zu jedem Antrag eine Empfehlung abgegeben, über die wir Delegierten beraten und abgestimmt haben.
Fünf Aufgaben für die Union

Besonders hängen geblieben ist mir das Grußwort von Marie-Sophie Christ. Ihr Kernpunkt: Sich nur von anderen Parteien abzugrenzen, ersetzt keine eigenen Positionen. Die CDU muss sagen, wofür sie steht und wie sie die Probleme der Menschen löst. Daraus ergeben sich für mich fünf Aufgaben:
- Offen sein: Sorgen der Menschen ernst nehmen und auch unbequeme Wahrheiten aussprechen. Dazu gehört, Fehler offen zuzugeben.
- Nichts beschönigen: Wer ein Problem erkannt hat, muss auch handeln, zum Beispiel indem der Rechtsstaat seine Regeln durchsetzt.
- Glaubwürdig bleiben: Was wir von anderen verlangen, gilt auch für uns selbst. Wasser predigen und Wein trinken geht nicht.
- Entlasten: Die Menschen sollen es spüren, finanziell, aber auch durch Entscheidungen, auf die sie sich verlassen können.
- Eine eigene Vision haben: Politik, die vom christlichen Menschenbild ausgeht, Freiheit und Sicherheit schützt und Leistung möglich macht.
Das passt zum Ton des Leitantrags: weniger Erklären, mehr Entscheiden.
Mein Fazit
Ein Landestag ist anstrengend, aber er lohnt sich. Man hört Ministerinnen und Minister direkt zu, kann nachfragen und diskutiert mit Menschen aus dem ganzen Land, die nicht in allem derselben Meinung sind. Die Themen des Leitantrags, vor allem Rente, Entlastung von Arbeit und eine digitale Verwaltung, betreffen unsere Generation unmittelbar. Ich nehme mit, dass wir sie nicht anderen überlassen sollten.
Wie siehst du das? Schreib mir gern. Du erreichst mich hier.
Quellen: Junge Union Baden-Württemberg, Einladung zum 54. Landestag, Tagesordnung vom 25. September 2026, Leitantrag des Landesvorstandes „Mehr Leistung. Weniger Lasten.“, Änderungsanträge zum Leitantrag und Antragsbuch zum 54. Landestag. Titelbild: Maximilian Peters.